Tilmann Zahn stellt ab Sonntag bis Anfang April in der Galerie Schloss Neersen aus/Vernissage mit Einführung von Dr. Wulf Aschenborn
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„Schwebende Tücher bilden eine Allee, umwehen mich, wenn ich hindurchgehe. Ich bleibe stehen und schaue auf die feinen Linien und Farbverläufe. Umrisse unbekannter Länder, aber auch Landschaften und schemenhafte Figuren scheinen darin verfangen. Und ich auch. Jede einzelne Bahn ist einzigartig, so wie die Menschen, denen hier gedacht wird.“
„Xenotaph“ nennt Tilmann Zahn seine Rauminstallation und knüpft damit an eine sehr alte, aber bis in unsere Zeit hineinwirkende Tradition des Totengedenkens an. In der gleichnamigen Ausstellung, die ab kommenden Sonntag in der Galerie des Schlosses Neersen gezeigt wird, werden Effekte dieser Xenotaphe spürbar: Steinerne Stelen oder leere Grabmale (eben Xenotaphe oder auch Kenotaphe) stellte man auf, um an Menschen zu erinnern, die in der Ferne gestorben waren oder deren Leichnam niemals geborgen werden konnte. Oft sind sie Kriegsopfern gewidmet, wie etwa der im Friedenspark von Hiroshima, oder aber einzelnen Menschen. Auch wenn Xenotaphe im Prinzip die gleiche Funktion wie Gräber erfüllen, markieren sie noch eindringlicher Leere und Verlust.
Schwergewichtige Schrottlegungen
Flüchtige, leichte Aspekte der Vergänglichkeit - schwergewichtige Schrottlegungen ausgedienter und in Schönheit verrottender Metallobjekte als eine Art
„Grabbeigabe erden die scheinbar schwerelosen Tücher“
so Jutta Saum vom Willicher Kulturteam, die die Ausstellung kuratiert hat, in ihrem kleinen, aber feinen ausstellungsbegleitenden Heft.
Bis zum 6. April
Die Ausstellung wird am kommenden Sonntag, 16. März, um 11 Uhr eröffnet; nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christian Pakusch spricht zur Einführung in die Ausstellung der Düsseldorfer Künstler, Kunstvermittler und Kurator (Deutsche Bundesbank) Dr. Wulf Aschenborn.
Nach der Vernissage ist die Ausstellung bis zum 6. April im Schloss Neersen zu sehen: Mittwochs bis freitags 17 bis 19, samstags, sonntags und feiertäglich 11 bis 17 Uhr.